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Photovoltaik

Wärmepumpe mit Photovoltaik: was die Kombination wirklich bringt

Die Idee ist bestechend: eigener Strom für die eigene Heizung. Die Physik ist weniger bestechend — der Wärmebedarf liegt im Winter, der Solarertrag im Sommer. Hier stehen die realistischen Zahlen, nicht die aus der Verkaufsbroschüre.

Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses
Auf dem Papier eine perfekte Kombination. In der Praxis deckt eine PV-Anlage 15 bis 30 % des Wärmepumpenstroms direkt — der Rest kommt aus dem Netz.
Die ehrliche Zahl

15 bis 30 % Direktdeckung, nicht 70

Eine typische PV-Anlage auf einem Einfamilienhaus deckt 15 bis 30 % des Wärmepumpenstroms direkt ab. Mit Batteriespeicher und guter Steuerung lässt sich das erhöhen, aber nicht beliebig: im Dezember und Januar — wenn die Wärmepumpe die Hälfte ihres Jahresstroms verbraucht — liefert eine PV-Anlage in Deutschland nur einen Bruchteil ihres Jahresertrags.

Direktdeckung ohne Speicher
15 – 25 %

des Wärmepumpenstroms über das Jahr

Mit Speicher und Steuerung
25 – 40 %

abhängig von Speichergröße und Regelung

Im Dezember
unter 10 %

Der Monat mit dem höchsten Bedarf und dem niedrigsten Ertrag.

Wo der Gewinn wirklich liegt

Drei Effekte, die in keiner Broschüre stehen

Warmwasser im Sommer. Von Mai bis September läuft die Wärmepumpe nur für Warmwasser — und genau dann hat die PV-Anlage Überschuss. Diese Deckung liegt nahe 100 % und ist der zuverlässigste Teil des Gewinns.

Kühlen. Wenn die Wärmepumpe kühlen kann, fällt der Bedarf genau dann an, wenn die Sonne scheint. Eine perfekte Übereinstimmung — und ein Argument, die Kühlfunktion mitzubestellen.

Der Sperrzeit-Ausgleich. Wenn der Netzbetreiber die Anlage im Wärmepumpentarif kurzzeitig abregelt, kann die PV-Anlage einspringen. Kein großer Posten, aber er reduziert den Komfortverlust auf null.

Worauf du bei der Technik achten musst

Pflicht
Gemeinsame Schnittstelle

Wärmepumpe und Wechselrichter müssen dieselbe Sprache sprechen: SG-Ready oder EEBus. Ohne diese Verbindung kann die Anlage den Solarüberschuss nicht erkennen und heizt stur nach Heizkurve weiter.

Empfehlung
Energiemanagementsystem

Es entscheidet, ob Überschuss in die Wärmepumpe, den Speicher, das Auto oder ins Netz geht. Der Unterschied zwischen einer guten und keiner Steuerung sind mehrere Prozentpunkte Eigenverbrauch.

Rechnen
Batteriespeicher

Erhöht den Eigenverbrauch, rechnet sich aber wegen der Wärmepumpe allein selten. Prüfe die Wirtschaftlichkeit für den ganzen Haushalt, nicht nur für die Heizung.

Reihenfolge, wenn du beides planst: Erst die Wärmepumpe richtig auslegen und die Vorlauftemperatur senken, dann die PV-Anlage dimensionieren. Eine PV-Anlage macht eine ineffiziente Wärmepumpe nicht wirtschaftlich — sie verkleinert nur einen Teil einer zu hohen Rechnung. Der hydraulische Abgleich bringt pro Euro mehr als ein zusätzliches Modul.

Häufige Fragen

Beides planen?

Im Kurzcheck kannst du angeben, ob PV vorhanden oder geplant ist — dann berücksichtigen wir die Schnittstelle in der Einschätzung.

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